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Holzteer und Pech von Harz als prähistorischer KlebstoffWerkzeuge und Waffen aus Feuerstein konnten während der Vorgeschichte an Griffe oder Pfeilschafte mit einem pechähnlichen Stoff fixiert werden. Das könnte Holzteer sein. Um Holzteer zu fabrizieren, mußte man Holz (oder Birkenrinde) in einem abgeschlossenen Raum mit nur wenig Luft so erhitzen, daß es nicht verbrannte. Bei diesem Prozeß entstand auch Holzkohle. Die Gewinnung von Holzteer auf dieser Weise ist aber ziemlich arbeitsintensiv und ein etwas komplizierter Prozeß. Mit Harz konnte man aber auch eine Art von Pech machen. Das ging schneller und einfacher. Der prähistorische Mensch hätte das auf die nachfolgende Weise machen können. Pech aus Harz Dazu
braucht man: Harz ist ein zähes und klebriges Produkt; ein Sekret von vor allem Nadelbäumen. Meistens finden wir es als eine gelbliche bis weiße Substanz auf der Rinde des Bäumes. Oft produzieren Bäume Harz wenn die Rinde beschädigt ist. Mit Harz schützen sie die Wunden gegen das Eindringen von Krankheitserregern und Insekten die es auf dem Holz abgesehen haben. Man braucht nur eine kleine Menge Holzkohle. Holzkohle konnte man einfach gewinnen. Man brauchte nur ein teilweise verbranntes Stück Holz abzukratzen. Der schwarz gewordene Teil, der grenzt an dem noch nicht verbrannten Holz ist nämlich Holzkohle. Die abgekratzten Teile konnten mit einem Stein weiter verkleinert werden. Das Holzkohlepulver war dann fertig. Bei dem faserigen Stoff gibt es mehrere Möglichkeiten. Kot von bestimmten Pflanzenfressern wie Kaninchen, Hasen, Rehen und Hirschen ist sehr geeignet für dieses Ziel. Der Kot mußte genau wie die Holzkohle verpulvert werden. Beim Kaninchen müssen wir noch sagen, daß es während des letzten Glazials durch die zunehmende Kälte aus unserer Gegend verschwunden ist um dann während des Mittelalters durch den Mensch hier zurück zu kommen. An Stelle vom Kot waren auch verpulverte Teilchen von Holzpilzen geeignet. Wenn alle Zutaten fertig waren, dann mußte das Harz geschmolzen werden. Beim geschmolzenen Harz mußte die verpulverte Holzkohle und den verpulverten Kot hinzugefügt werden. Weiter brauchte man nur noch kurz zu rühren und das flüssige Pech war fertig. Wenn es abkühlte, wurde es erst zähflüssig und nachher hart. Zähflüssiges Pech ist sehr geeignet um Werkzeuge und Waffen an Griffe oder Pfeilschafte zu fixieren. Das Pech wurde hart und so waren die Werkzeuge oder Waffen gut befestigt. Unser eigenes Experiment um Pech auf diese Weise zu machen Die Herstellung von Pech haben wir selber ausprobiert. Dabei haben wir gegenwärtige Hilfsmittel wie eine Blechdose, ein Messer und eine Pfanne benutzt. Während der Steinzeit könnte man es mit prähistorischen Äquivalenten auf die gleiche Weise gemacht haben. Die nachfolgende Fotoserie zeigt das Experiment.
Tekst: Jan Weertz
Fotos: Jan und Els Weertz |
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