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Über Gletschermühlen, Gletschertöpfe und Gletschermühlensteine

Die Oberfläche eines Gletschers ist nicht glatt, wie wir es zum Beispiel auf einer Eisbahn sehen. Im Gegenteil, es gibt viele Risse und Spalten. Solche Risse und Spalten können entstehen, weil der Boden unter dem Gletscher Höhenunterschiede aufweist. Dadurch muß der Gletscher manchmal leicht abtauchen, wodurch die Eismasse hier und da bricht. Es ist aber auch möglich, daß sich das Tal, in das ein Gletscher hinabfließt, erweitert. Der Gletscher wird dadurch in die Breite gedehnt. Und auch dadurch entstehen Brüche im Eis. Auch ist die Fließgeschwindigkeit eines Gletschers nicht überall gleich. So fließt er in der Mitte schneller als an den Seiten. So entstehen auch Brüche im Eis. Diese Brüche führen zu den Rissen und Spalten.

gletsjermolens en gletsjerpoort
Abbildung 1. Links: Vertikalschnitt eines Gletschers. Über Gletschermühlen (vertikale dunkelblaue Linien) kommt das Wasser an die Unterseite des Gletschers. Von dort kann es zur Vorderseite des Gletschers abfließen (horizontale dunkelblaue Linie). An der Unterseite des Gletschers können sich im Fels Gletschertöpfe bilden, in denen Steine abgerundet werden. Weitere Erläuterungen finden Sie im Text. Rechts: Nahaufnahme von Schmelzwasser, das aus einem Gletschertor heraustritt.

Schmelzwasser, das sich an der Oberfläche des Gletschers bildet, fließt durch diese Rissen und Spalten nach unten. Es kann, Dutzende oder Hunderte Meter tiefer bis in die Talsohle reichen. Dort angekommen, fließt es weiter flußabwärts über den Talboden, wo an der Unterseite des Gletschers ein Tunnel ausgehöhlt werden kann. Am Ende des Gletschers tritt er dann als Schmelzwasserstrom durch ein sogenanntes Gletschertor aus (Abbildung 1).

gletsjermolen Bad Garstein en Huy-Neinstedt
Abbildung 2.  Links: Gletschertopf in Bad Gastein (Salzburgerland, Österreich). Mitte und rechts: Gletschertopf bei Huy-Neinstedt (Bundesland Sachsen-Anhalt, Deutschland).

Durch das oft mit großer Geschwindigkeit in die Schluchten und Spalten strömende Wasser werden mehr oder weniger runde Schächte gebildet. Wir nennen diese Schächte Gletschermühlen. Das Schmelzwasser in den Gletschermühlen hat oft eine wirbelnde Bewegung. In diesem Schmelzwasser kommt auch vom Gletscher mitgeführte Gesteinsschutt vor. Dadurch hat das nach unten wirbelnde Schmelzwasser einen zusätzlichen ‘Schleifpapiereffekt‘, der zu extra Erosion in der Gletschermühle führt. Die Gletschermühlen können also einen besonders großen Querschnitt bekommen. Auf den Gletschern Grönlands wurden Gletschermühlen mit einem Durchmesser von bis zu zwanzig Metern gefunden. An der Unterseite der Gletschermühlen entstehen durch die Mischung aus wirbelndem Wasser und Geröll im Boden Gletschertöpfe (Abbildung 2,3,4).

gletjsermolen - kolkgaten Inzell
Abbildung 3. Gletschertöpfe im Fels bei Inzell im deutschen Bundesland Bayern.

Durch das Phänomen der Gletschermühlen entstehen auch abgerundete Steine die wir hier Gletschermühlensteine nennen werden. (Abbildung 5). Diese Gletschermühlensteine erhielten ihre Form als sie im abwärts wirbelnden Wasser in die Gletschertöpfe landeten und durch die Turbulenzen zu rotieren begannen. Weitere größere und kleinere Gesteinsbrocken und die Kollision mit der Kammerwand erzeugten wieder einen ‘Schleifpapiereffekt‘, der die Steine abrundete. 

gletsjermolen - kolkgat Inzell
Abbildung 4. Ein Gletschertopf (vertikaler Schnitt) bei Inzell im deutschen Bundesland Bayern.

Gletschertöpfe finden wir an vielen Orten in Europa, wo es während der Eiszeiten (Glazialen) Gletscher gab, die heute verschwunden sind. Schöne Beispiele davon finden wir im Gletschergarten in Luzern in der Schweiz, wo sie durch ein Zeltdach vor der Witterung geschützt sind. Dort finden wir auch der größte bekannte Gletschertopf der Schweiz. Er hat eine Tiefe von zehn Metern. 

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Abbildung 5. Links: Gletschermühlensteine aus der niederländischen Provinz Gelderland (letztes Glazial) und aus dem Küstengebiet an der Ostsee (letztes oder vorletztes Glazial) im deutschen Bundesland Schleswig-Holstein. Die Nadel ist 3 cm lang. Rechts: Gletschermühlenstein aus den Alpen in Österreich.

Aber nicht alles, was wie ein Gletschertopf aussieht, ist durch die Einwirkung von Gletschern und ihren Gletschermühlen entstanden. Sondern ähnliche Formen können sich auch in der Nähe von Wasserfällen und Felsküsten bilden. Die Gletschermühlensteine sind an vielen Orten in Europa zu finden. Wir finden sie regelmäßig an Steilküsten mit Geschiebelehm aus der Eiszeit (Glazial, zum Beispiel an der Ostsee im Norden Deutschlands) oder an Orten, an denen nördliche Findlinge als Überreste dieses Geschiebelehms gefunden werden (Zum Beispiel auf der Veluwe und um die Veluwe in der Provinz Gelderland in der Niederlande). 

Für diesen Artikel wurde hauptsächlich die folgende Literatur (in beliebiger Reihenfolge) verwendet: 

• W. Everaert et al., De aarde waarop wij leven, Zuidnederlandse Uitgeverij, Aartselaar, 1989. 

• Jürgen Ehlers, Das Eiszeitalter, Spektrum akademischer Verlag, Heidelberg, 2011. 

• Website www.gletschergarten.ch, Merkmale durch das Eis (Version 4. Januar 2024). 

• Website www.wissenschaft.de, Anna Bolten, Grönlands gewaltige Gletschermühlen (Version 4. Januar 2024). 

• Website Wikipedia, Gletsjermolen (Niederländische Version 3. Januar 2024)

Text und Zeichnung: Jan Weertz
Fotos: Jan und Els Weertz
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