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Bernstein und Copal (oder Kopal): fossiles Harz

Bernstein ist versteinertes Harz, hauptsächlich von Nadelbäumen. Wenn die Rinde der Nadelbäume verletzt wird, dann fließt Harz hinaus. Dieses Harz schützt den Baum vor Infektionen von beispielsweise Pilzen, aber auch vor Insekten. Wer in Nadelwäldern gut herumschaut, kann dieses Harz oft ohne Mühe finden. Meistens bildet es weiße Streifen, an der Stelle wo es auf der dunklen Baumrinde hinuntergeflossen ist. An diesen Stellen findet man auch öfter etwas dickere, manchmal klumpenförmige Harzansammlungen auf der Rinde. Dieses Harz trat ursprünglich als gelbe, klebrige Substanz aus, aber oxidierte schon schnell als es an der Luft gelagert wurde. Der Bernstein, den wir heutzutage finden, wurde nach seiner Entstehung schon schnell von der Luft abgeschlossen und infolgedessen konnte keine Oxidation stattfinden. Bei der Fossilisierung des Harzes und bei der Entstehung von Bernstein trat Wasser aus und erstarrte das Harz. Regelmäßig klebten kleine Tiere am klebrigen Harz und wurden so ganz eingebettet. Diese kleine Tiere finden wir heute als Fossilien im Bernstein, unter anderem Fliegen, Mücken, Tausenfüßler, Asseln, Ohrwürmer, Schaben, Libellen und Flöhe. Auch hat man im Bernstein Spinnweben, manchmal sogar mit Beute, gefunden. Weiterhin ist eine kleine Anzahl von Eidechsen aus Bernstein bekannt. Neben Tieren finden wir auch Pflanzen(teile) in Bernstein. Beispielsweise Moose und Flechten und Blüte höherer Pflanzen.

Wir kennen Bernstein aus den geologischen Zeitaltern Devon, Karbon, Trias, Perm, Jura, Kreide und Tertiär. Dies bedeutet, daß der älteste Bernstein vor über 400 Millionen Jahren gebildet wurde. Wir kennen Bernstein nicht nur aus mehreren geologischen Zeitaltern, sondern wir finden ihn auch auf den meisten Kontinenten. Heutzutage ist er nur noch nicht von Antarktika bekannt, aber Grund dafür ist wahrscheinlich die Unzugänglichkeit und also die Unbekanntheit mit dem Boden dieses Kontinents.
Die Nadelbäume, die an der Basis der Bernsteinbildung stehen im baltischen Gebiet und seiner weiten Umgebung, gab es wahrscheinlich schon vor über 60 Millionen Jahren, am Ende der Oberkreidezeit. Der bekannteste Bernstein ist der Bernstein des Ostseegebietes und des skandinavischen Gebietes aus dem Tertiär. Insbesondere der Nadelbaum Pinus succinifera war damals ein wichtiger Harzproduzent; aus diesem Harz bildete sich Bernstein. In diesen Gebieten herrschte damals ein warmes Klima, in dem es ausgedehnte Nadelwälder gab. Bei einem großen Teil der fossilen 'Bernsteinbäumen' hat man krankhafte Änderungen des Holzes entdeckt, die für eine erhöhte Harzproduktion sorgten. Es bildete sich deshalb sehr vieles Harz und dadurch Bernstein. 

Harz auf der Rinde von Nadelbäumen Neulich in Driebergen (Niederlande) gefundene klumpenförmige Harzansammlungen Insekt in Bernstein aus dem Ostseegebiet
Harz auf der Rinde von Nadelbäumen Neulich in Driebergen (Niederlande) gefundene klumpenförmige Harzansammlungen Insekt in Bernstein aus dem Ostseegebiet

Der Bernstein aus den obengenannten Gebieten ist nicht nur der bekannteste, sondern es gibt dort auch die größten Vorkommen. Die Halbinsel Samland (Kaliningrader Gebiet, Rußland) bildet heute 90% der Weltbernsteinproduktion. Der Bernstein wird dort bei Jantarni in Tagebau gewonnen. In der weiteren Umgebung, im Ostseegebiet von Polen, Deutschland und Litauen und weiter in Rußland gibt es noch ziemlich viele Bernsteinvorkommen. 

Eigentlich kann man sagen, daß es zwei Sorten von Bernstein gibt: den echten 'alten' Bernstein und den 'jüngeren' Copal. Dieser jüngere Copal kann aber noch mehreren Millionen von Jahren alt sein. Ziemlich bekannt ist der Madagaskar-Copal. Dieser Copal kann auch Einschlüsse enthalten, wie z.B. Insekten und kleine Tiere. Copal ist weniger hell gefärbt als der ältere Bernstein; er ist schwach gelblich und oft sehr durchsichtig. Dadurch sind die Insekteneinschlüsse meistens sehr gut zu sehen. 

Der 'alte' Bernstein kennt mehrere Farbvarianten. Nicht nur allerhand Gelbtonen, sondern auch in den Farben orange, rot, braun, schwarz und sogar weiß. Die unterschiedlichen Farben von Bernstein kouml;nnen entstehen unter dem Einfluß von unter anderem Temperatur, Luft und Licht. Außerdem kann die Durchsichtigkeit ganz verschieden sein. Diese Durchsichtigkeit wird von allerhand Faktoren bestimmt, beispielweise von den vorhandenden Verschmutzungen und die Anzahl winzig kleiner Gasbläßchen im Bernstein. Weißer Bernstein verdankt seine Farbe den massenhaft darin auftretenden Gasbläßchen.

Copal mit Insekten aus Madagaskar Copal mit Insekten aus Madagaskar
Copal mit Insekten aus Madagaskar

Auch in den Niederlanden gibt es Bernstein. Das Meer, die Gletscher und Flüsse haben ihn hierher gebracht. An der Küste der östlichen Watteninseln, insbesondere nach stürmischem Wetter im Frühling, gibt es dort Bernstein als 'Findling'. Eine andere Stelle, wo wir Bernstein finden können, ist im Geschiebelehm, der im Norden der Niederlande von Gletschern während der vorletzten Eiszeit, der Saale-Eiszeit, abgelagert wurde. Auch in Steinbrüchen im Nordosten der Niederlande können wir Bernstein antreffen, der vom Fluß Eridanos mitgeführt wurde. Dieser Fluß, den es heutzutage nicht mehr gibt, hat aus dem Osten Sedimente aus Skandinavien und aus dem Ostseegebiet verfrachtet, worin sich Bernstein befand. 

Etwa 4cm große Bernsteinstücke von den Stränden in Dänemark Bis zu 4cm große Bernsteinstückchen aus einem Steinbruch in Salland (Overijssel, Niederlande)
Etwa 4cm große Bernsteinstücke von den Stränden in Dänemark Bis zu 4cm große Bernsteinstückchen aus einem Steinbruch in Salland (Overijssel, Niederlande)

Schon während der Steinzeit wußte der Mensch den Wert des Bernsteins zu schätzen. Genauso wie heute wurde der Bernstein in Schmuck verarbeitet. In steinzeitlichen Gräbern hat man diesen Bernstein wiedergefunden; diese Gräber wurden mit Beigaben (Bernsteinschmuck) ausgestattet. In der Steinzeit gab es auch schon einen ausgedehnten Bernsteinhandel. Vor einigen tausenden Jahren gab es sogar Handelswege des Bernsteins (Bernsteinstraßen), die ganz zum Mittelmeer verliefen.  

Text und Fotos: Jan Weertz; Übersetzung: Jan und Els Weertz

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