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Steinschlossgewehre (und Steinschlosspistolen)

Feuersteinchen für Steinschlossgewehre (und Steinschlosspistolen) gleichen Kratzer aus der Vorgeschichte. Mit solchen Kratzern haben sie aber nichts zu tun. Sie sind höchstens einige hunderten Jahre alt. Die Feuersteinchen in diesem Item wurden benutzt, um Funken in Steinschlossgewehre hervorzurufen. Steinschlossgewehre waren in Betrieb seit dem sechszehnten Jahrhundert. Es entstand eine spezielle Feuersteinindustrie, um den groβen Bedarf an dergleichen kleinen Feuersteinen zu decken. 

Steinschlosspistolen
Abbildung 1. Steinschlosspistole mit Feuersteinchen und zwei getrennten Feuersteinchen. Beim Foto oben ist der Hahn mit dem Feuersteinchen gespannt. Beim Abdrücken schlägt der Hahn auf eine Metallklappe (Foto unten) wodurch Funken entstehen und das Zündkraut entzündet. Jetzt entsteht eine Stichflamme. Diese zündet durch das sogenannte Zündloch eine Treibladung wodurch die Kugel gefeuert wird.

Zur Entschlieβung des Feuersteins muβten Schächte gegraben werden. Aus diesen Schächten wurden dann wieder Stollen herausgegraben um die richtige Feuersteinschicht zu erreichen. Als der Feuerstein an die Oberfläche kam, muβte er schnell verarbeitet werden. Grundfeuchter Feuerstein hat nämlich einen besseren Qualität als trockenen Feuerstein. Zur Herstellung der Feuersteinchen wurden erst Klingen (lange Abschläge) von einem Stück Feuerstein entfernt Aus diesen Klingen wurden danach mehrere Feuersteinchen für Steinschlossgewehre hergestellt. Mit der Herstellung dieser Feuersteinchen waren sowohl Männer als auch Frauen und Kinder beschäftigt. Im Laufe der Jahrhunderte sind Hunderte von Millionen solcher Feuersteinchen hergestellt. Man muβ sich dann auch nicht verwundern, wenn öfter solche Feuersteinchen gefunden werden, zum Beispiel auf Äckern die im Winter unbebaut sind. Die wichtigsten Produktionsgebiete zur Herstellung dieser Feuersteinchen waren in Frankreich und Groβbritannien (England). Aber zum Beispiel auch Polen kannte eine solche Industrie. 

Der Feuerstein aus Frankreich der am besten geeignet war für die Fabrikation solcher Feuersteinchen kennen wir als 'silex blond de Berry'. Berry ist eine ehemalige französische Provinz. Dieser Feuerstein stammt aus der Kreidezeit. Der Abbau fand bei Meusnes in der Umgebung des heutigen Departements Loir-et-Cher in der Region Centre-Val de Loire statt. Die typische Farbe dieses Feuersteins sehen wir bei den Abbildungen auf dieser Seite. Die Feuersteinchen die wir in der Niederlande auf den Äckern und an anderen brachliegenden Stellen finden, sind fast immer französischer Herkunft. Die Feuersteinchen aus England kommen aus Brandon im Grafschaft Suffolk. Die Farbe können wir als grauschwarz bis schwarz beschreiben. Brandon liegt nur acht Kilometer südwestlich von den Feuersteinminen von Grime's Graves wo man in der Neusteinzeit Feuerstein abbaute.

Steinschlossgewehre wurden bis in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts benutzt. Obwohl die Kolonialmächte diese Gewehre damals selbst nicht mehr gebrauchten, exportierten sie diese damals jedoch nach ihren Kolonien in Asien und Afrika. Die Produktion der kratzerähnlichen Feuersteinchen ist deshalb bis Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts weitergegangen.  

Steinschlosspistolen
Abbildung 2. Detailaufnahme des Steinschlosses mit den zwei getrennten Feuersteinchen (links). Bei diesen Feuersteinchen (rechts) deuten die Pfeile die Bearbeitung der Steinchen an, die sie Kratzer aus der Vorgeschichte ähneln lässt.

Text und Fotos: Jan Weertz
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