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Moor und Torf

Wenn pflanzliche Überreste nach dem Absterben der Pflanze, des Strauches oder des Baumes schnell mit Sedimenten abgedeckt werden und der Sauerstoffeintrag abgeschlossen wird, dann kann eine Situation entstehen, wodurch sie nicht verwesen sondern langsam fossilisieren. Eine derartige Situation geschieht zum Beispiel in Torfmooren. Torf finden wir wo Wasser stagniert, zum Beispiel in Sümpfen, Moorseen und flachen Seen. Da können viele meterdicke Schichten von solchem abgestorbenen Sediment entstehen, worin auch Äste und Baumstämme vorkommen.

veen De Dollard
Abbildung 1. Heutzutage kann man bei Erdarbeiten in den Dollartpoldern oft noch sehen wie das Meer früher das Moorgebiet überschwemmt hat. Dort wurde Ton (grau im Bild rechts) auf dem Torf sedimentiert. Teile von Baumstämmen (links und in der Mitte) sind noch immer im Torf sichtbar.

Die meisten Torfmooren in der Niederlande entstanden im Holozän (während des Atlantikums, ungefähr vor 8000 bis 5000 Jahren) als am Ende der letzten Kaltzeit (Weichsel) große Eismassen schmolzen und der Grundwasserspiegel stieg. Hierdurch entstanden die nassen Umstände die ideal für die Moorbildung waren. Auf dem Boden von unter anderem sumpfigen Gebieten und Moorseen häufte sich totes pflanzliches Material auf und also konnte unter dem Wasserspiegel Torf entstehen. Wenn das Moor auf diese Weise entsteht, sprechen wir von einem Niedermoor. Eine derartige Torfschicht wird im Laufe der Zeit mächtiger, oft viele Meter mächtig. Auf diese Weise kann die Schicht oberhalb des Wasserspiegels kommen. Neues Niedermoor bildet sich jetzt nicht mehr weil das abgestorbene pflanzliche Material mit Sauerstoff in Kontakt kommt und wodurch die pflanzlichen Reste vollständig abgebaut werden.

veen Barger Compascuum
Abbildung 2. Im Hochmoornaturschutzgebiet Bargerveen (links und Mitte) sind noch Hochmoorreste zu sehen. Dort gibt es auch Vegetation die vielleicht in der Zukunft neuen Torf ermöglicht (rechts).

In bestimmten Fällen ging die Entwicklung des Torfs trotzdem weiter wenn das Niedermoor oberhalb des Wasserspiegels kam. Dafür war aber eine bestimmte Pflanze nötig: Torfmoos (Sphagnum). Torfmoos kann nämlich sehr gut Wasser - Regenwasser - festhalten. Wo Torfmoos massenhaft vorkommt, kann also der Wasserspiegel höher liegen, weil das Torfmoos das Wasser wie ein Schwamm festhält. Torfmoos stirbt an der Unterseite ab aber es wächst an der Oberseite weiter. Auf diese Weise entsteht Hochmoor, das nur vom Regenwasser ernährt wird und also wenig Nährstoffen bekommt. Deshalb finden wir zwischen dem Torfmoor nur wenig andere Pflanzen wie zum Beispiel das auffällige Wollgras. Hochmoor ist also viel homogener als Niedermoor zusammengestellt.

veen Veenpark
Abbildung 3. Im Freilichtmuseum Veenpark in Barger-Compascuum ist zu sehen wie man früher Torf abgestochen hat.

Eine Gegend wo nach dem Eisabschmelzen nach der Kaltzeit Moor entstand, ist die Gegend des Dollarts im Osten der niederländischen Provinz Groningen. Der größte Teil des Dollarts und seine Umgebung war damals Moor. Bei dem Anfang der Zeitrechnung gab es hier schon menschliche Bewohnung. Das Meer wurde aber immer mehr eine Bedrohung für das Moor und der Mensch musste Warfte bauen um trockene Füße zu behalten. Später baute man Deiche. Ab dem 14. Jahrhundert gab es aber mehrere katastrophale Überschwemmungen wobei das Meer das Moor überflutete und der Dollart entstand. Das ursprüngliche Moor wurde danach größtenteils durch das Wasser abgebrochen. Anschließend sedimentierte das Meer Ton auf dem übriggeblieben Torf. Am Anfang des 16. Jahrhunderts war der Dollart größer als heutzutage. Nach mehreren Trockenlegungen war sein Umfang im 19. Jahrhundert bis auf 1/3 der Größe am Anfang des 16. Jahrhunderts zurückgebracht. Heute kann man bei Erdarbeiten im Dollartpolder oft noch sehen wie das Meer früher das Moor überflutet hat. Da finden wir Ton über dem Torf. Überreste von Baumstämmen kann man noch immer in diesem Moor sehen.

veen Veenpark
Abbildung 4. Der Torfabbau wurde später mechanisiert (links, während einer Demonstration im Freilichtmuseum Veenpark in Barger-Compascuum). Über einem Förderband (rechts) werden die in der Maschine produzierten Torfblöcke (Mitte) abtransportiert und danach getrocknet.

Der Torf wurde früher vor allem als Brennstoff abgebaut. Zuerst wurde die weniger geeignete oberste Schicht des Torfes entfernt. Diese Schicht konnte als Torfmull verwendet werden. Danach konnte man anfangen, den Torf abzustechen. Hierbei stachen die Torfstecher den Torf in rechteckigen Blöcken, die man nachher trocknete.

veen Veenpark
Abbildung 5. Die Torfblöcke trocknen im Freilichtmuseum (links). Dabei schrumpfen sie ansehnlich. Zur Erläuterung ist ein trockener Torfbrocken (mit heller Farbe) auf noch nasse (dunkle Farbe) Torfbrocken gelegt. Auch im Torfwand (Mitte) kann man sehen, wie durch das Schrumpfen Risse entstanden sind. Rechts kann man noch Pflanzenreste im Torf sehen.

Im Osten der niederländischen Provinz Drenthe liegt ein Hochmoorgebiet das einigermaßen das massenhafte Torf abstechen überstanden hat. Hier kann man noch eine Vorstellung von einem Moorgebiet bekommen: das 2300 Hektar große Hochmoornaturschutzgebiet Bargerveen. Der Torfabbau wurde hier gerade 1992 eingestellt. Von einigen Parkplätzen kann man zu Fuß über Fußwege im Gebiet hineingeraten.

veen Ierland
Abbildung 6. Der Torfabbau ist nicht typisch Niederländisch oder Deutsch. Diese Bilder sind am Ende des vorigen Jahrhunderts und am Anfang dieses Jahrhunderts in Irland in der Gegend von Glenveagh (links und Mitte) und bei Waterville (rechts) gemacht.

Neben dem Bargerveen bieten das Freilichtmuseum Veenpark in Barger-Compascuum und das über die Grenze in Deutschland gelegene Emsland Moormuseum in Geeste-Groß Hesepe die Möglichkeit auf anschauliche Weise das Moorgebiet und der Abbau des Torfs besser kennen zu lernen. 

veen Denemarken IJsland
Abbildung 7. Der Torfabbau ist nicht typisch Niederländisch oder Deutsch. Das Trocknen des Torfbreis in Holzformen wie das früher in dem Dänemark geschah (links und Mitte). Im 18. und 19. Jahrhundert wurde Torf auf Island (auf dem Foto rechts bei Glaumbaer) auch wohl angewendet für Häuserbau.

Text: Jan Weertz
Fotos: Jan und Els Weertz
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