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Feuerstein: reich an Formen und Farben

Der Formenreichtum des Feuersteins 

Feuerstein finden wir in Kalksteinablagerungen. Als Beispiel besprechen wir hier das Auftreten des Feuersteins im Kalkstein aus der Oberkreide im Süden der niederländischen Provinz Limburg und ihrer Umgebung. Feuerstein finden wir dort in einer großen Menge Schichten, den sogenannten Feuersteinbänken. Die Feuersteine in diesen Bänken können ganz verschieden in Form sein. Es gibt zum Beispiel sehr bizarre Feuersteine. Wahrscheinlich sind sie in umgeformten Kriechspuren (Gänge) von Tieren im Boden des Meeres während der Oberkreide entstanden. Besonders sind die Feuersteine die in oder rund Gängen von Hummern entstanden sind. Sie sind röhrenförmig und manchmal verzweigen sie. Das kann die Fantasie der Menschen stimulieren wodurch man diese Feuersteine für vielerlei Arten Fossilien hält, zum Beispiel Knochen oder Geweihteile. Man kann sie eben für einen Elefantenschwanz halten! In solchen röhrenförmigen Feuersteinen gibt es manchmal einen harten Kern aus teilweise verkieseltem Kalkstein der ganz oder teilweise locker sitzen kann. Auch gibt es röhrenförmige Feuersteine die ganz hohl sind. Schließlich findet man noch plattenförmige, knollenförmige und sogar mehr oder weniger runde Feuersteine.

Arten Feuerstein
Arten Feuerstein
Abbildung 1. Zwei größere Stücke Feuerstein: Ein rohrenförmiges Stück (oben) und ein sehr unregelmäßiges Exemplar (unten). Die weiße Schicht an der Außenseite dieser übrigens grauen Feuersteine, nennen wir die Rinde (Kortex).  Abbildung 2. Rohrenförmige Feuersteine. Das Exemplar oben ist hohl. Im Exemplar unten befindet sich noch ein Kern aus Feuerstein. Der Finder dieses Exemplars dachte zu Unrecht er hätte ein fossiler Schwanz eines Elefanten gefunden. Weil Feuerstein solche besonderen Formen hat, denkt man oft daß es um Fossilien geht.  Die Nadel ist drei Zentimeter lang.

soorten vuursteen Seeigel aus Feuerstein
Abbildung 3. Zwei größere plattenförmige Feuersteine (oben). Vom Feuerstein rechts oben ist beim Foto unten an der Seite zu sehen daß es um eine dunne Platte geht. Die weiße Schicht an der Außenseite dieser übrigens grauen Feuersteine, nennen wir die Rinde (Kortex). Abbildung 4. In Feuersteinbrocken finden wir manchmal fossile Seeigel die selber auch aus Feuerstein bestehen. Linksoben: Diplodetus bucardium  -Kreide/Maastricht - Hallembaye (Belgien) Rechtsoben: Oolopygus sp. - Kreide/Maastricht - Visé (Belgien)
Linksunter: Holaster truncatus - Kreide/Cenom - Sangatte (Frankreich). Der Seeigel links im Foto ist ein lockeres Exemplar (kein Teil des Feuersteins). Rechtsunter: Echinocorys scutatus - Kreide - Insel Mors (Dänemark). Das lockere Seeigelchen links ist ein Echinocorys obliqua. Die Nadel ist drei Zentimeter lang. Auch die lockere Seeigel bestehen aus Feuerstein.

Farbenvielfalt bei Feuerstein

Außer dem Formenreichtum kennen wir bei Feuerstein auch eine Farbenverschiedenheit. Reiner Feuerstein ist nahezu durchsichtig, also mehr oder weniger farblos. Feuerstein bekommt seine Farben durch 'Verschmutzung' des Gesteins. Diese Verschmutzungen können aus Eisen, Calzit und Glaukonit bestehen. Aber auch organische Verschmutzungen bestimmen die Farbe. Bei Findlingen kann die Farbe des Feuersteins sich an der Außenseite durch Verwitterung ändern. Dort entsteht eine Patina die wieder andere Farben haben kann. Bandierungen im Gestein entstehen während des Aufbaus: von dem Kern heraus entstehen immer wieder neue Schichten die anders aufgebaut sind und die andere Verschmutzungen haben (können).

soorten vuursteen, vuursteeneluvium
Abbildung 5. Der prähistorische Abschlag linksoben ist aus schwarzem Feuerstein hergestellt. Später hat dieser Abschlag eine weiße Patina bekommen. Der braune Teil dieses Feuersteins ist Kortex, der ein wenig verwittert ist. Der Feuerstein rechtsunten kommt aus dem Feuersteineluvium im Südosten der niederländischen Provinz Limburg. Die anderen Feuersteine lassen die Verschiedenheit des Feuersteins sehen.

kleuren vuursteen
Abbildung 6. Die Verschiedenheit in Farben von Feuerstein (linksoben), bandierter Feuerstein aus Belgien (oben Mitte) und bandierter Feuerstein aus Polen (rechtsoben). Der Feuerstein linksunten kommt aus Steenwijkerwold in der niederländischen Provinz Overijssel. Rechtsunten sehen wir Feuerstein der ursprünglich aus dem Geschiebelehm kommt. Er ist bei Pfahl 10 im Südwesten der niederländischen Watteninsel Texel gefunden.

Die Farbe des Feuersteins kann von schwarz bis schmutzig weiß schwanken. Es gibt viele Farbtöne und Übergänge. So gibt es braune, gelbliche, bläuliche und rote Feuersteine. Manchmal finden wir im Feuerstein verschiedene anders gefärbte Flecke. Es gibt nicht nur eine Verschiedenheit in Farben aber auch Unterschiede in der Struktur. Feuerstein kann von grobkörnig bis nahezu glasartig variieren.

vuursteen uit grind Maas
Abbildung 7. Diese Feuersteine kommen aus Ablagerungen der Maas im Süden der Provinz Limburg.

Verwitterung und Erosion bei Feuerstein

Durch Erosion und Verwitterung können Feuersteine aus den Bänken im Kalkstein freikommen. Anschließend können allerlei Kräfte die Steine weiter abbrechen. Durch dieses Geschehen wird schließlich nicht viel mehr als Pulver übrigbleiben. Wenn Feuerstein an oder nahe der Oberflache liegt, wird er durch rasche Temperaturschwankungen (ausdehnen und einschrumpfen) Risse bekommen. In solchen Rissen kann Regenwasser penetrieren. Wenn es friert, ändert sich dieses Wasser in Eis daß ein größeres Volumen als Wasser hat. Hierdurch entsteht Druck auf den Seiten des Risses. Die Risse werden jetzt größer. Wenn sich dieser Prozeß oft wiederholt, wird der Feuerstein in Stücken auseinanderfallen. Am Meer kann die Brandung Feuersteine so reduzieren, daß nur Pulver übrigbleibt.

rolstenen maaseitjes
Abbildung 8. Abgerundeter Feuerstein auf dem Strand von Møns Klint (Dänemark, linksoben), 'Maaseitjes' aus der belgischen Provinz Limburg (oben Mitte) und 'Maaseitjes' aus Mheer im Süden der niederländischen Provinz Limburg (rechtsoben). Die nur teilweise abgerundeten Feuersteine in der unteren Reihe kommen von den dänischen Stränden an Kalksteinkliffen.

Feuersteinknollen die bei Kalksteinkliffen ins Meer geraten, werden in der Brandung hin und wieder gerollt. Dabei prallen sie gegen einander wodurch sie abgerundet werden. Bei Kalksteinkliffen sehen wir oft Strände die nur aus solchen abgerundeten Feuersteinen bestehen. In den Kalksteingebieten der niederländischen und belgischen Provinzen Limburg finden wir in Ablagerungen der Maas auch solche abgerundete Feuersteine die man hier 'Maaseitjes' nennt. Diese abgerundeten Feuersteine sind während der Kreidezeit entstanden als diese Umgebung ein Küstengebiet mit Kalksteinkliffen war. Solche abgerundete Steine stehen nicht am Ende des Abbauprozesses. Durch das immer wieder gegen einander prallen, entstehen im Gestein immer wieder neue Risse. An der Außenseite kann man das oft nicht sehen. Aber wenn solche Steine gegen einander geschlagen werden, brechen sie oft in vielen Stücken auseinander. Und diese Stücke werden schließlich durch die Wirkung der Brandung, durch Frost und durch Temperaturschwankungen weiter auseinanderfallen. Der Formenreichtum des Feuersteins ist also auch eine Geschichte von Verwitterung und Erosion.

verwering vuursteen, vorstsplijting vuursteen uit keileem
Abbildung 9. Verwitterung von Feuerstein. Der Brocken linksoben ist durch den Gewalt der Brandung beim Geschiebelehmklif von Travemünde am Ostsee von innen ganz zertrümmert worden. Die Reste solcher Bröcke findet man oft als kleine Stückchen zwischen dem Strandsand (rechtsunten beim Timmendorfer Strand an der Ostsee). Auch diese 'Maaseitjes' aus Limburg (Belgien) sind von innen ganz zertrümmert worden. Frost hat den Feuerstein linksunten zersplittert. Abbildung 10. Feuersteine aus dem Geschiebelehm in den Niederlanden. Geschiebelehm ist eine unsortierte Mischung aus Kies, Sand und Lehm. Im Geschiebelehm, den wir im Norden und und in der Mitte der Niederlande finden, gibt es auch eine ganze Menge Findlinge. Der Geschiebelehm wurde durch die Gletscher während der vorletzten Kaltzeit (Saale-Kaltzeit) sedimentiert. Die Feuersteine im Lehm kommen aus dem Norden und Nordosten.

Text und Fotos: Jan Weertz; Übersetzung: Jan und Els Weertz

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