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Feuerstein: reich an Formen und FarbenDer Formenreichtum des Feuersteins Feuerstein finden wir in Kalksteinablagerungen. Als Beispiel besprechen wir hier das Auftreten des Feuersteins im Kalkstein aus der Oberkreide im Süden der niederländischen Provinz Limburg und ihrer Umgebung. Feuerstein finden wir dort in einer großen Menge Schichten, den sogenannten Feuersteinbänken. Die Feuersteine in diesen Bänken können ganz verschieden in Form sein. Es gibt zum Beispiel sehr bizarre Feuersteine. Wahrscheinlich sind sie in umgeformten Kriechspuren (Gänge) von Tieren im Boden des Meeres während der Oberkreide entstanden. Besonders sind die Feuersteine die in oder rund Gängen von Hummern entstanden sind. Sie sind röhrenförmig und manchmal verzweigen sie. Das kann die Fantasie der Menschen stimulieren wodurch man diese Feuersteine für vielerlei Arten Fossilien hält, zum Beispiel Knochen oder Geweihteile. Man kann sie eben für einen Elefantenschwanz halten! In solchen röhrenförmigen Feuersteinen gibt es manchmal einen harten Kern aus teilweise verkieseltem Kalkstein der ganz oder teilweise locker sitzen kann. Auch gibt es röhrenförmige Feuersteine die ganz hohl sind. Schließlich findet man noch plattenförmige, knollenförmige und sogar mehr oder weniger runde Feuersteine.
Farbenvielfalt bei Feuerstein Außer dem Formenreichtum kennen wir bei Feuerstein auch eine Farbenverschiedenheit. Reiner Feuerstein ist nahezu durchsichtig, also mehr oder weniger farblos. Feuerstein bekommt seine Farben durch 'Verschmutzung' des Gesteins. Diese Verschmutzungen können aus Eisen, Calzit und Glaukonit bestehen. Aber auch organische Verschmutzungen bestimmen die Farbe. Bei Findlingen kann die Farbe des Feuersteins sich an der Außenseite durch Verwitterung ändern. Dort entsteht eine Patina die wieder andere Farben haben kann. Bandierungen im Gestein entstehen während des Aufbaus: von dem Kern heraus entstehen immer wieder neue Schichten die anders aufgebaut sind und die andere Verschmutzungen haben (können).
Die Farbe des Feuersteins kann von schwarz bis schmutzig weiß schwanken. Es gibt viele Farbtöne und Übergänge. So gibt es braune, gelbliche, bläuliche und rote Feuersteine. Manchmal finden wir im Feuerstein verschiedene anders gefärbte Flecke. Es gibt nicht nur eine Verschiedenheit in Farben aber auch Unterschiede in der Struktur. Feuerstein kann von grobkörnig bis nahezu glasartig variieren.
Verwitterung und Erosion bei Feuerstein Durch Erosion und Verwitterung können Feuersteine aus den Bänken im Kalkstein freikommen. Anschließend können allerlei Kräfte die Steine weiter abbrechen. Durch dieses Geschehen wird schließlich nicht viel mehr als Pulver übrigbleiben. Wenn Feuerstein an oder nahe der Oberflache liegt, wird er durch rasche Temperaturschwankungen (ausdehnen und einschrumpfen) Risse bekommen. In solchen Rissen kann Regenwasser penetrieren. Wenn es friert, ändert sich dieses Wasser in Eis daß ein größeres Volumen als Wasser hat. Hierdurch entsteht Druck auf den Seiten des Risses. Die Risse werden jetzt größer. Wenn sich dieser Prozeß oft wiederholt, wird der Feuerstein in Stücken auseinanderfallen. Am Meer kann die Brandung Feuersteine so reduzieren, daß nur Pulver übrigbleibt.
Feuersteinknollen die bei Kalksteinkliffen ins Meer geraten, werden in der Brandung hin und wieder gerollt. Dabei prallen sie gegen einander wodurch sie abgerundet werden. Bei Kalksteinkliffen sehen wir oft Strände die nur aus solchen abgerundeten Feuersteinen bestehen. In den Kalksteingebieten der niederländischen und belgischen Provinzen Limburg finden wir in Ablagerungen der Maas auch solche abgerundete Feuersteine die man hier 'Maaseitjes' nennt. Diese abgerundeten Feuersteine sind während der Kreidezeit entstanden als diese Umgebung ein Küstengebiet mit Kalksteinkliffen war. Solche abgerundete Steine stehen nicht am Ende des Abbauprozesses. Durch das immer wieder gegen einander prallen, entstehen im Gestein immer wieder neue Risse. An der Außenseite kann man das oft nicht sehen. Aber wenn solche Steine gegen einander geschlagen werden, brechen sie oft in vielen Stücken auseinander. Und diese Stücke werden schließlich durch die Wirkung der Brandung, durch Frost und durch Temperaturschwankungen weiter auseinanderfallen. Der Formenreichtum des Feuersteins ist also auch eine Geschichte von Verwitterung und Erosion.
Text und Fotos: Jan Weertz; Übersetzung: Jan und Els Weertz |
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