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Kalksteingrube SavelsboschDie unterirdische
Kalksteingrube Savelsbosch ist eine Kalksteingrube im
Wald 'Savelsbos' im niederländischen Südlimburg. Unterirdische
Kalksteingruben werden in der Volksmund 'mergelgrotten' (Mergelgruben)
genannt. Solche
Gruben sind vielfach in bestimmten Teilen der südlimburgischen
Landschaft zu finden. Sie entstehen dadurch, daß der Mensch
den Kalkstein als Baustein benutzte. Diese Kalksteinblöcke
('Mergelblöcke' oder Tuffkreideblöcke) wurden mit
'Mergel'sägen aus dem
Gestein gesägt. Die Gewinnung dieser Steine wurde
'blokbreken' (Blockbrechen) genannt. Die Bausteine die so gewonnen
wurden, kannten
eine sehr umfangreiche Anwendung. Man verwendete sie für den
Bau von Kirchen, Schlössern, Bauernhöfen,
Wohnhäusern, Stadtmauern, usw. Die Kalksteingruben wie
'Savelsbosch' sind oft Hunderte von Jahren alt.
Geologisch betrachtet
gehört der Kalkstein der Grube 'Savelsbosch' zu den
Maastrichter Schichten. Es handelt sich hier um den Gronsvelder Kalk
und den Schiepersberger Kalk. Ablagerungen der Maastrichter Schichten
gehören zur geologischen Kreidezeit. Grob betrachtet wurden
diese vor etwa 65 bis 70 Millionen Jahren abgelagert. Zu jener Zeit war
Südlimburg ein Küstengebiet. In einem Flachwassersee
lebten allerhand Arten kalkhaltiger Organismen, wie beispielsweise
Muscheltiere, Seeigel und zahlreicher Einzeller. Nach dem Tod dieser
Organismen blieben ihre Kalkskelette auf dem Meeresboden
zurück. Diese häuften sich und so entstanden dicke
Kalksteinpakete. Insbesondere die Einzeller trugen zum Aufbau der
Kalksteinpakete bei. Eigentlich können wir also sagen,
daß die Gangsysteme dieser unterirdischen Kalksteingruben in
einem Boden eines fossilen Meeres angelegt worden sind.
Die Grube 'Savelsbosch'
ist eine ganz kleine Kalksteingrube, die nur aus einem Gang mit
einer Art von Etage besteht. Genauso wie die meisten anderen
unterirdischen Kalksteingruben ist sie aus Sicherheitsgründen
und zum Schutz der Natur nicht öffentlich zugänglich.
Wir können die Grube 'Savelsbosch' erreichen, wenn wir im Dorf
Gronsveld vom Rijksweg aus der Duijsterstraat folgen. Dieser Weg, der
schon bald einen Feldweg wird, wird örtlich auch wohl
Langsjtraot (Langstraat) genannt. Nach etwa 100 Metern erreichen wir
eine Kreuzung von 5 Wegen. Hier gehen wir geradeaus. Der Weg
heißt hier Saovelswëg (Savelsweg). Er führt
- ein wenig steigend - unmittelbar zum Wald Savelsbos. Wenn wir den
Wald erreichen, sind wir vom Rijksweg etwa 30 Meter gestiegen. Wir
ziehen in den Wald, kommen an einem Weg vorbei der links abbiegt und
nicht viel später sehen wir - ebenfalls links - den Eingang
der unterirdischen Kalksteingrube Savelsbosch. Wenn wir zwischen den schroffen Kalksteinwänden zum eigentlichen Eingang der Grube gehen, sehen wir in den Wänden die Enden rohrförmiger Feuersteine. Die Kieselsäure, woraus die Feuersteine aufgebaut sind, stammt von kieselhältigen Organismen, die im Meer der Kreidezeit lebten. Feuerstein finden wir in Südlimburg in den Kalksteinen der Gulpener Schichten und in den Maastrichter Schichten in waagerechten Lagen.
Beim Eingang sehen wir
links in der Decke eine geologische Erdpfeife. Dies ist eine sogenannte
Karsterscheinung. Diese
Pfeifen entstehen wenn Regenwasser Teile des Kalksteins
auflöst. Diese Erdpfeife können später mit
lockerem Gestein aus dem Boden gefüllt werden. Hier im
Savelsbos sind das Kies und Löss. Die Erdpfeife, die wir bei
der Grube Savelsbosch sehen, ist später wieder teils
leergeströmt. (Die Erreichbarkeit der Orte kann sich im Laufe der
Zeit ändern.)
Text und Fotos: Jan Weertz |
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